Einfamilienhäuser auf dem früheren Don-Bosco-Areal Wannsee

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Salesianer-Orden verkauft Grundstück an Apellas-Gruppe - Wohnungsbau geplant

  15. April 2006
Bild aus der Morgenpost
Das ehemalige Don-Bosco-Areal  

Ein halbes Jahrhundert war das großzügige Gelände südlich der Lungenklinik Heckeshorn fest in Händen der katholischen Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Bosco. Ende September 2005 verließen die Glaubensbrüder - bis auf zwei - das 85 000 Quadratmeter große Areal, das jetzt an die Apellas Property GmbH verkauft wurde. Das Investment-Unternehmen gab jetzt "erste Überlegungen" für die Nachnutzung der Liegenschaft zwischen Berliner Forst und Großem Wannsee bekannt: ein 50 Millionen Euro teures Wohnbauprojekt mit dem Arbeitstitel "Wannseegärten." Parallel zu den Verkaufsverhandlungen seien vier Planvarianten durchgespielt worden, erläuterte Architekt Götz Keller am Dienstagabend im Planungsausschuß der BVV Steglitz-Zehlendorf. Die bevorzugte Variante sei das Ergebnis von drei bis vier Monate währenden Untersuchungen. "Es sieht die Bildung von Quartieren vor, die Nachbarschaften zulässt und gleichzeitig ein Miteinander unterschiedlicherGenerationen möglicht macht", sagte Keller. Insgesamt könnten bis 2009 so etwa 170 Wohneinheiten mit 27000 Quadratmetern Wohnfläche entstehen. Etwa zwei Drittel davon würden Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser sein. Hinzu kämen Landvillen im nördlichen Bereich sowie einige Hochhäuser.

Die Größe des Grundstückes und natürliche Gegebenheiten des Geländes mit einem leichten Gefälle in Nord-Süd-Richtung legen eine Unterteilung nahe, so der Architekt. Wohnen im Garten unter Berücksichtigung des vorhandenen Baumbestandes und eines Angers im nördlichen Abschnitt mit Landvillen, im tiefer gelegenen Teil Häuser mit individuell geschnittenen Gärten. Für die vorhandene ehemalige Bankiersvilla biete sich eine Aufteilung an. Das dazugehörige Gästehaus steht unter Denkmalschutz und könne wie der Anger zentraler Treffpunkt werden.

Erhalten werden soll auch die zur Villa führende Lindenallee, als Haupterschließungsweg auf dem Gelände. Allerdings soll der zu- und abfließende Autoverkehr nicht zwischen den Baumreihen, sondern links und rechts davon fließen. Eine Obstbaumwiese soll zumindest weitgehend in die geplante Bebauung integriert werden.

In einer ersten Reaktion benannte Baustadtrat Uwe Stäglin (SPD) ein so großes Projekt als "Kraftakt", den Ansatz der Unterteilung als sinnvoll. Klärungsbedarf sehe er indes beim Nutzungsmaß, bei der Gliederung und der Frage von Gemeinschaftsflächen. Und statt die Obstbaumwiese zu versetzen, würde eine Gliederung der Baukörper ringsherum bevorzugen. Für die CDU erklärte Fraktionschef Norbert Kopp, dass er die Pläne grundsätzlich befürworte, sofern Detailfragen einvernehmlich geklärt würden.

Salesianer-Pater Franz-Ulrich Otto erklärte gestern, die zwei verbliebenen Glaubensbrüder würden Wannsee im Sommer verlassen. Das 1955 bezogene Bosco-Heim musste bereits im Herbst 2003 die Jugendausbildungsstätte schließen. Im Vorjahr folgte der endgültige Abschied. Nach der Jahrtausendwende habe der Orden das wirtschaftliche Defizit durch Einsparungen im Jugend- und Sozialbereich nicht länger kompensieren können, begründete Pater Otto, der sich zum Verkaufserlös nicht äußern mochte.

Aus der [Berliner Morgenpost] vom 13. April 2006

     
 
   
   

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