| FDB Berlin: |
Kannst du kurz schildern, was sich nach
der Schließung von DoBo für dich verändert hat? |
| Yvonne: |
Für mich stand fest, dass ich weiterhin
mit Kindern und Jugendlichen arbeiten
wollte. Einige Jungen unserer Gruppe habe
ich dann auch weiter betreut und bald einen
neuen Träger gesucht. In Zusammenarbeit mit
ehemaligen Kollegen habe ich schnell einen
neuen Träger (Sozialarbeit und Segeln gGmbH)
gefunden. Dort arbeitete ich dann in einer
sogenannten EWG (Erziehungswohngruppe) mit
vier Jungen in einer großen Wohnung am
Kaiserdamm in Berlin. |
| FDB Berlin: |
Du warst viele Jahre Erzieherin bei DoBo
und erzählst, dass du immer wieder
Erlebnisse hast, die auf diese Zeit
zurückgehen. Kannst du uns davon erzählen? |
| Yvonne: |
Ja, es ist schon erstaunlich wen ich seit
der Schließung von Don Bosco schon alles
getroffen habe oder wer mich anspricht oder
zuruft: „Hey, dich kenn ich doch von Don
Bosco am Wannsee!“ Wirklich nett, welche
Gespräche sich entwickeln oder Erfahrungen
ausgetauscht werden. Ich hab manchmal das
Gefühl, dass es wohl keinen Fleck in Berlin
gibt, wo man auf Ehemalige von Don Bosco
treffen kann. |
| FDB Berlin: |
Was ist für dich heut noch aus der Zeit von DoBo wichtig? |
| Yvonne: |
Don Bosco am Wannsee
war eine Einrichtung, die aus meiner Sicht
pädagogisch sehr wertvoll war. Das zeigen
immer wieder die Erfahrungen mit Ehemaligen
oder den aktuellen Nöten in der Jugendhilfe.
Für mich war besonders wichtig, dass die
Pädagogik Don Boscos dort umgesetzt wurde
und in der Gemeinschaft zu spüren war.
Schade, dass die Schließung durch Menschen
beschlossen wurde, die nie Teil dieser
Gemeinschaft waren und auch nicht erkannt
haben welchen Stellenwert Don Bosco in
Berlin hatte. |
| FDB Berlin: |
Du lebst seit Sommer dieses Jahres in Dinklage. Was
war der Grund und was machst du dort? |
| Yvonne: |
Nun, ich war, wie die meisten durch die
Sommerreisen wissen, Dinklage immer schon
sehr verbunden. Ich hatte immer schon das
Ziel einmal dort zu wohnen. Durch den Träger
wurde mir angeboten, in einem eigenen Haus
meine Arbeit mit Jugendlichen fortzusetzen.
So habe ich mir in Dinklage ein Haus gekauft
und lebe dort mit drei Jugendlichen. |
| FDB Berlin: |
Du bist aktives Mitglied bei den FDB. Was
ist dir daran wichtig? |
| Yvonne: |
Ich freue mich, dass all das was ich
angesprochen habe, von den Freunden Don
Boscos weiter getragen wird. Es kann nicht
sein, dass ein so großes Werk mit Villen für
Reiche zugebaut wird und damit in
Vergessenheit gerät. Zudem unterstütze ich
die Aktivitäten und Angebote soweit ich
kann, weil ich sie, auch in Wannsee,
weiterhin für notwendig halte. |
| FDB Berlin: |
Was gibt es noch was dir wichtig ist zu sagen? |
| Yvonne: |
Ich wünsche allen ein friedvolles
Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr,
mit vielen Begegnungen wo auch immer und ein
regelmäßiges Wiedersehen beim Jahrestreffen
der Freunde Don Boscos im September. |
(K. Bauer)