Interview mit Yvonne Albrecht

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Dieses Interview wurde im November 2009 mit Yvonne geführt und im 7. Rundbrief veröffentlicht.

FDB Berlin: Kannst du kurz schildern, was sich nach der Schließung von DoBo für dich verändert hat?
Yvonne: Für mich stand fest, dass ich weiterhin mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollte. Einige Jungen unserer Gruppe habe ich dann auch weiter betreut und bald einen neuen Träger gesucht.  In Zusammenarbeit mit ehemaligen Kollegen habe ich schnell einen neuen Träger (Sozialarbeit und Segeln gGmbH) gefunden. Dort arbeitete ich dann in einer sogenannten EWG (Erziehungswohngruppe) mit vier Jungen in einer großen Wohnung am Kaiserdamm in Berlin.
FDB Berlin: Du warst viele Jahre Erzieherin bei DoBo und erzählst, dass du immer wieder Erlebnisse hast, die auf diese Zeit zurückgehen. Kannst du uns davon erzählen?
Yvonne: Ja, es ist schon erstaunlich wen ich seit der Schließung von Don Bosco schon alles getroffen habe oder wer mich anspricht oder zuruft:  „Hey,  dich kenn ich doch von Don Bosco am Wannsee!“ Wirklich nett, welche Gespräche sich entwickeln oder Erfahrungen ausgetauscht werden. Ich hab manchmal das Gefühl, dass es wohl keinen Fleck in Berlin gibt, wo man auf Ehemalige von Don Bosco treffen kann.
FDB Berlin: Was ist für dich heut noch aus der Zeit von DoBo wichtig?
Yvonne: Don Bosco am Wannsee war eine Einrichtung, die aus meiner Sicht pädagogisch sehr wertvoll war. Das zeigen immer wieder die Erfahrungen mit Ehemaligen oder den aktuellen Nöten in der Jugendhilfe. Für mich war besonders wichtig, dass die Pädagogik Don Boscos dort umgesetzt wurde und in der Gemeinschaft zu spüren war. Schade, dass die Schließung durch Menschen beschlossen wurde, die nie Teil dieser Gemeinschaft waren und auch nicht erkannt haben welchen Stellenwert Don Bosco in Berlin hatte.
FDB Berlin: Du lebst seit Sommer dieses Jahres in Dinklage. Was war der Grund und was machst du dort?
Yvonne: Nun, ich war, wie die meisten durch die Sommerreisen wissen, Dinklage immer schon sehr verbunden. Ich hatte immer schon das Ziel einmal dort zu wohnen. Durch den Träger wurde mir angeboten, in einem eigenen Haus meine Arbeit mit Jugendlichen fortzusetzen. So habe ich mir in Dinklage ein Haus gekauft und lebe dort mit drei Jugendlichen.
FDB Berlin: Du bist aktives Mitglied bei den FDB. Was ist dir daran wichtig?
Yvonne: Ich freue mich, dass all das was ich angesprochen habe, von den Freunden Don Boscos weiter getragen wird. Es kann nicht sein, dass ein so großes Werk mit Villen für Reiche zugebaut wird und damit in Vergessenheit gerät. Zudem unterstütze ich die Aktivitäten und Angebote soweit ich kann, weil ich sie, auch in Wannsee, weiterhin für notwendig halte.
FDB Berlin: Was gibt es noch was dir wichtig ist zu sagen?
Yvonne: Ich wünsche allen ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gesundes neues Jahr, mit vielen Begegnungen wo auch immer und ein regelmäßiges Wiedersehen beim Jahrestreffen der Freunde Don Boscos im September.

 (K. Bauer)

 

     
 
   
   

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